Monday, 16 July 2007

30. Juni – Abschiedsfeier

Wir haben abschießend die Packhäuser angerufen, um abzuchecken, ob dort noch was zu machen ist. Dann wurden Rucksäcke gepackt und Pläne geschmiedet.
Morgen geht es hoch zum Cape. Wir reisen zu dritt. Daniela (29) und Katharina (19) beide aus D werden mich begleiten.
Den Abend haben wir mit einer spontanen Feier im Tischtennisraum ausklingen lassen.

29. Juni – Back to Bussines.

Habe mit Daniela zusammen Kerikeri auf Suche nach Arbeit abgegrast. Wir waren bei zwei Tankstellen, zwei Supermärkten und dem örtlichen Arbeitsamt. Die einzigen möglichen Jobs, die sich aufgetan haben, sind das Zurückschneiden von Kiwi- oder Mandarinen Bäumen oder Zitronen ernten. Alles draußen im Regen. Ganz schlecht für die Gesundheit.
Die Tage sind grau und die Luft so ein bisschen raus…
Wir haben beschlossen, da keine Arbeit in unmittelbarer Aussicht ist, die Zeit anderweitig zu nutzen und zum Cape hochzufahren.

28. Juni – Mama’s Geburtstag!

Der Tag begann mit Pfannekuchen und Kiwi-Marmelade! :o) Danach habe ich mich wieder hingelegt, da ich mich gar nicht gut gefühlt habe. :o( Gegen Nachmittag haben wir zwei neue Zimmergenossinnen bekommen. Kerrin & Hadaz beide aus Israel. Zum Glück nur für eine Nacht. Auch, wenn die beiden Mädchen total nett sind, vier sind einfach zwei zu viel für den kleinen Raum.
Abends bin ich mit Daniela zum Warehouse gefahren. Als wir zurückgekommen sind, habe ich den Auspuff des Autos in einem Erdwall begraben, der den Parkplatz zu einem Abhang hin begrenzt. Der Motor ist umgehend erstorben. Also haben wir mit Hilfe eines Esslöffels den Auspuff wieder ausgegraben. Was für ein Abendteuer! ;) Den Abend haben wir mit einer wilden Geburtstagsfeier ausklingen lassen. Ein Inder ist 24 geworden und hat alle mit Bier und Pizza versorgt. Es gab spanische Musik und Salsa-Tanz. Selbst ich habe mit einem süßen Chilenen eine Runde gedreht.

27. Juni – Wegen Krankheit geschlossen!

Habe den halben Tag im Bett verbracht. Wollte mich eigentlich ernsthaft um Arbeit bemühen. Fühle mich aber immer noch nicht einsatzbereit und habe zur Truppenaufmunterung mein Auto geputzt. Die Unterkunft besitzt einen Platz mit versiegelter Oberfläche zur Autowäsche.
Nachdem ich mit meinem Auto fertig war und es eingeparkt hatte, habe ich mit nem Mädel geschnackt, was wir jeweils so den Tag über gemacht haben. Als sie hörte, dass ich mein Auto geputzt habe, hat sie im Scherz gefragt, ob ich ihr Auto auch putzen würde. Da ich es liebe, Menschen mit unerwartetem zu überraschen, habe ich spontan zugestimmt. Sie war total überrascht, konnte es zunächst nicht glauben und am Ende haben wir zusammen, mit Seifenschaum bedeckt, glücklich ihr Auto geputzt.
Als Gegenleistung habe ich mir Pfannekuchen mit Kiwi-Marmelade (beides selbst gemacht!) zum Frühstück für den Folgetag gewünscht.

26. Juni – Arbeit geschmissen…

Bin heute mit großer, offener Blase rechter Hand, Mittelfinger zur Arbeit und habe gedacht: „Heute gilt es!". Entweder klappt es, oder ich lasse es. Ich habe einen Baum zurück geschnitten und festgestellt dass es keinen Sinn hat. In leichtem Regen stehend, erkältet, mit steifer Hand, so dass ich für jeden Schnitt, den ich gesetzt haben beide Hände nutze musste…
Bin zu Chris gegangen und habe ihm erklärt wie es ausschaut. Er war zwar nicht so richtig glücklich, hat es aber akzeptiert. Bin von der Arbeit zurück zur Unterkunft gelaufen. Musste mich mehrmals hinsetzen und habe für einen Weg, für den einer der Jungs 30 min. am vorherigen Tag gebraucht hat, über eine Stunde gebraucht.
Doch ich war total glücklich, total erleichtert zu wissen, dass ich dorthin nicht noch mal zurück muss!
Nach Dusche und Frühstück habe ich zunächst mein Regenzeug zu Chris zurückgebracht, bin mit dem Auto zur Werkstatt, um das Gummi der Scheibenwischer ersetzen zu lassen, das sich gelöst hatte und anschließend hat mich ein Mazedonier zum Cafe eingeladen…

25. Juni – Was mich nicht umbringt, macht mich stärker!

Frei nach obigem Motto bin ich heute Morgen zur Arbeit geschlichen. Das Fieber hat sich gelegt und ich hoffe, dass es gut geht. Alle scheinen heute Morgen irgendwie zu schniefen oder zu keuchen.
Bin motiviert gegen 8:00 gestartet und habe um aufzuholen, den ganzen Tag keine Pause gemacht. Von Husten geschüttelt bin ich von Baum zu Baum gestiefelt und wurde gegen Nachmittag leicht verzweifelt, weil ich einfach nicht schneller zu werden scheine und es der erste Tag ist, an dem wir nach Bäumen bezahlt werden.
Habe meine Bedenken Chris gegenüber angedeutet, der meinte jedoch, dass ich mir ruhig noch einen Tag Zeit geben soll, um zu sehen wie es läuft.
Am Ende des Tages hat sich herausgestellt, dass ich ganze 43 Bäumchen geschafft habe. Chris meint, dass ich zu viel denke, zu kleine Schnitte setzte und daher zu lange pro Baum brauche. (10 min. statt 5 min.) Die Jungs haben am gleichen Tag in der gleichen Zeit zwischen 80 und 150 Bäume geschafft. Bei dem einen ist er zwar mit der Qualität nicht ganz so zufrieden, doch….

24. Juni – Voll erwischt

Die Erkältung hat mich voll erwischt. Mit Fieber, laufender Nase und Gliederschmerzen, schon fast eine ausgewachsene Grippe. Bin im Bett geblieben, um mich gründlich auszukurieren. Mit Tee und heißer Zitrone (echte Zitrone). Das Wetter draußen ist nass/kalt. Das Zimmer hat keine Heizung und mir ist kalt, die Art Kälte, die bis auf die Knochen zu dringen scheint.
Gegen Abend mit Makoto und Jasper zum Warehouse (einer Art Kette, die wie Citti alles verkauft) gefahren. Gummistiefel, Gartenhandschuhe und was Warmes zum anziehen gekauft.

23. Juni – 5 Minuten

Ein Tag voller 5-Minuten Exkursionen. Makoto hat mich gestern gefragt, ob ich ihn mit zu einem Kauri-Wald nehmen würde, falls ich am Samstag keine anderen Pläne haben sollte. Asaf hat sich angeschlossen und Daniela meinte, da sie nichts Besseres vorhabe, würde sie uns wenn möglich gerne begleiten. Habe mich von der Rezeption beraten lassen und bin frei nach dem Motto: „Habe meinen Wagen volgeladen…" aufgebrochen.
Habe mich selbst jedoch verflucht und mir geschworen mich nicht noch einmal im Vorhinein zu binden, den zu der laufenden Nase vom Vortag gesellte sich im laufe des Vormittags leichtes Fiber und natürlich sind wir nass geworden…
Vom Puketi-Forest (Kauri-Bäume) ging es zu einer malerischen Küstenlandschaft (haarnadel Kurven bergab) mit Stopp bei einer Manufaktur für Natur Kosmetik (Manufaktur leider geschlossen, vom Shop zum Trost Proben geschenkt bekommen) und einer Schokoladenfabrik. Fabrik ist etwas hochtrabend, doch auch hier gab es Proben :o) und einen Blick in den Produktionsbereich. Aufgrund des leichten Regen während des ganzen Tages sind wir nirgendwo lange geblieben und ich war froh am Abend wieder zurück zu sein.
Joyce ist aus und mit einer Freundin im Zweibett-Raum zusammengezogen, so dass Daniela und ich das Zimmer nun für uns haben, was ganz angenehm ist.

22. Juni – Bäume, nichts als Bäume

Mein zweiter Arbeitstag. Hoch motiviert bin ich heute Morgen gestartet, um mein Tempo zu verbessern und wenn möglich mit den anderen Jungs auf einen Level zu kommen. Chris hat mich ermutigt, dass die Qualität meiner Bäume gut ist, ich nur ein wenig schneller werden muss, um die erforderliche Menge pro Tag zu schaffen.
Das Wetter war durchwachsen, nach einem strahlend schönen Morgen hat es wieder genieselt, was zu einem Regenbogen führte. Gegen Mittag wurde der Regen so stark, dass die Bäume zu glitschig wurden, um ordentlich und unfallfrei arbeiten zu können, so dass wir die Mittagspause vorverlegt und leicht überdehnt haben.
Am zweiten Tag habe ich 63 Bäume geschafft, bin allerdings zusammen mit Juta (ein Junge Anfang 20, aus Japan) weiter hinter den anderen zurückgefallen. Die anderen sind: Asaf (Ende 20, aus Israel), Makoto (Mitte 30, aus Japan), Jasper (Mitte 20, aus Dänemark) und Rameka (Anfang 20, aus NZ).
Ich hoffe, dass es Montag besser läuft und freue mich, dass wir nicht das Wochenende durcharbeiten, sondern frei haben.(Asaf hat gefragt, ob er das Wochenende durch arbeiten könne, da die Tage sonst so lang seien. Einmal mehr bin ich dankbar für mein Auto und die damit verbundene Unabhängigkeit.)
Meine andere Befürchtung scheint sich allerdings zu bestätigen. Nach einer Nacht mit einer schniefenden und hustenden Person auf engstem Raum verspüre ich die ersten Anzeichen einer Erkältung, möglicherweise verschärft durch das Arbeiten im Regen. Ich hoffe, alles etwaige Unwohlsein in der Richtung übers Wochenende auskurieren zu können und am Montag wieder voll einsatzfähig zu sein.

21. Juni – Mandarinen Bäume

Hatte heute meinen ersten Arbeitstag bei Brad Davis auf einem Mandarinen & Kiwi-Fruit Ordchard. Um 6:00 Uhr aufgestanden, um gegen 7:30 (noch im Dunklen) den Unterkunft-eigenen „Bus" zur Arbeit zu erwischen. Um einen Laternenpfahl haben sich die Arbeitswilligen zusammengefunden, gemeinsam in der Kälte zitternd und die erste Zigarette des Tages durchziehend. Ich finde es klasse, dass das Backpacker diesen Shuttle-Service zu den Farmen anbietet, so dass ich nicht morgens selbst, noch müde und unsicher, meinen Weg finden muss.
Zunächst hat Chris (um die 60 und unser Supervisor) uns (5 Jungs/ 1 Mädel) eine Einführung gegeben, wie die Bäume generell zurück geschnitten werden sollen.
Eingangs wird ein „Fenster" von oben in die Krone des Baumes gesetzt. Es gilt kleiner Baum – kleines Fenster, großer Baum … Um den Einfall von Sonnenlicht zu gewährleisten, so dass der Baum möglichst viele Früchte mit hohem Fruchtzuckergehalt produziert.
Die Bäume stehen in Reihen von 96 Stück pro Reihe, etwas mehr als einen Meter Abstand zwischen sich. Damit die Bäume leicht ab zu ernten bleiben, ist rechts und links pro Baum zu checken, dass sie nicht ineinander wachsen. Gegebenenfalls sind die Äste zurück zuschneiden, so dass die Bäume wieder einzeln stehen.
Dann sind die Bäume von unten auszudünnen, wobei darauf zu achten ist, dass keine kleinen Aästchen am Stamm zurückbleiben, da der Baum auf einem kurzen sauberen Stamm eine runde Krone bilden soll.
Daraufhin ist die Krone des Baumes so auszudünnen, das man die gegenüberliegende Seite durch den Baum hindurchschimmern sieht, also Sonnenlicht den Baum von allen Seiten durchdringt.
Abschließend ist die Höhe des Baumes zu prüfen. Die Bäume sollten nicht höher als 1,80 werden. Einerseits, damit der Baum seine Kräfte in die Fruchtproduktion kanalisiert und nicht in Höhenwachstum. Andererseits, damit alle Früchte durch die Pflücker leicht erreicht werden können.
Nach der „trockenen" Theorie ging es hinaus in die Praxis. Chris hat uns an einem kleinen und einem großen Baum gezeigt, wo und wie unsere Werkzeuge einzusetzen sind. Ausgestattet sind wir alle mit Regenhose, -jacke, Werkzeughüfttasche, einer klappbaren Handsäge und einer „Rosenschere".
Hernach durften wir selbst ran. Jeder hat eine Reihe mit noch kleinen „Trainingsbäumen" zugewiesen bekommen, wobei Chris darauf hinwies, dass wir uns pro Baum nicht länger als 5 min. aufhalten sollen.
Auch wenn wir grundsätzlich pro Baum bezahlt werden ($1,20 pro Baum) und acht Stunden pro Tag arbeiten, werden wir an unseren ersten beiden Trainingstagen pro Stunde bezahlt ($12,50 pro Stunde), da wir noch nicht in der Lage sind, auf die Mindestanzahl an Bäumen zu kommen, um den Mindestlohn ($11,25) zu verdienen.
Da standen wir, vereinzelte Gestalten in Regentracht, in unseren Reihen und waren fleißig am schneiden und sägen, selbst als es anfing zu nieseln. Lunch und Smoko waren willkommene Oasen zum ausruhen. :o)
An meinem ersten Tag habe ich in 6 Stunden ca. 45 Bäume zurück geschnitten und war am Ende des Tages nass, kalt und müde. Auch ein bisschen unfroh, da vier der Jungs bald von der Geschwindigkeit davon zogen, während ein Junge und ich mehr und mehr zurück blieben.
Als ich am Abend ins Quartier zurück kam, hatten Joyce (aus Malaysia) und ich eine neue Zimmernachbarin, Daniela aus Deutschland (Leipzig) frisch aus Papamoa eingetroffen und total erkältet. Einerseits beengend, da der Raum sehr klein ist, andererseits sehr ärgerlich, da aufgrund der Enge des Raumes die Wahrscheinlichkeit, dass sie uns mit ihrer Erkältung ansteckt, sehr hoch ist. :-(